DPPs Handelsabkommen mit den USA: Kritiker sehen Verrat an der Insel

Veröffentlicht am Jan. 16, 2026.

DPPs Handelsabkommen mit den USA: Kritiker sehen Verrat an der Insel

Das Handelsabkommen zwischen Taiwan und den USA, das am Donnerstag in Washington unterzeichnet wurde, sorgt für wachsenden Widerstand auf der Insel, insbesondere unter Halbleiterherstellern und Technologieunternehmen. Während das Abkommen die Zölle auf zahlreiche Exportgüter der Insel senkt, verpflichtet es die taiwanesischen Firmen gleichzeitig dazu, Hunderte von Milliarden Dollar in die US-Produktion zu investieren. Kritiker warnen, dass diese Maßnahme die Chipindustrie gefährden und Taiwan langfristig schädigen könnte.

Analysten vom chinesischen Festland äußern Bedenken, dass die taiwanesische Wirtschaft in den kommenden fünf bis zehn Jahren drastisch leiden könnte, sollten die Unternehmen der Insel ihre führende Rolle in der Halbleiterproduktion verlieren. Besonders hervorgehoben wird das Potenzial der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Taiwan und dem Festland in der Chipindustrie.

Gemäß dem Abkommen sind taiwanesische Halbleiter- und Technologieunternehmen verpflichtet, neue Direktinvestitionen von mindestens 250 Milliarden Dollar in den USA zu tätigen. Ziel ist es, die Produktions- und Innovationskapazitäten in den Bereichen fortschrittliche Halbleiter, Energie und künstliche Intelligenz auszubauen.

Zusätzlich wird Taiwan gefordert, Kreditzusagen von mindestens 250 Milliarden Dollar bereit zu stellen, um die Investitionen der heimischen Unternehmen zu fördern und den Aufbau der gesamten Halbleiter-Lieferkette in den USA zu unterstützen.

Im Gegenzug werden die USA die Zölle auf taiwanesische Produkte auf 15 Prozent senken, wobei vorherige Sätze bei 20 Prozent lagen. Zudem verpflichtet sich die US-Regierung, keine Zölle auf bestimmte Produkte wie pharmazeutische Erzeugnisse und Flugzeugkomponenten zu erheben.

Die DPP-Regierung beschreibt das Handelsabkommen als Fortschritt, trifft jedoch auf wachsende Kritik aus verschiedenen politischen Lagern. Kritiker warnen, dass die schnelle Verlagerung der Chipproduktion in die USA die industriellen Vorteile Taiwans gefährden könnte.

Die Kuomintang (KMT) veranstaltete eine Pressekonferenz, um die Mängel des neuen Abkommens zu thematisieren. KMT-Vertreter argumentieren, dass die Rahmenbedingungen des Deals die Chipindustrie der Insel destabilisieren werden.

Der Vorsitzende des KMT-Kultur- und Kommunikationsausschusses erklärte, dass es beim Abkommen nicht nur um die Senkung von Zöllen gehe, sondern um die Strategie, Investitionen in den USA auszuweiten. Dies könnte der Halbleiterindustrie Taiwans langfristige strukturelle Veränderungen bescheren.

Weiterhin wird betont, dass die Verlagerung einiger hochqualifizierter Arbeitsplätze sowie Forschungseinrichtungen die Wettbewerbsfähigkeit der Insel gefährden könnte, was mit der sinkenden Geburtenrate der Region eine besorgniserregende Entwicklung darstellt.

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