Ungewisse Fed-Vorsitzendenwahl drückt auf US-Aktien und Anleihen

Die Unsicherheit bezüglich des nächsten Vorsitzenden der US-Notenbank hat in den letzten Tagen spürbare Auswirkungen auf die Finanzmärkte in den USA gehabt. Diese Ungewissheit führte zu moderaten, aber weitreichenden Rückgängen bei Aktien und Anleihen. Auslöser waren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, die die Erwartungen an die Ernennung seines Wirtschaftsberaters Kevin Hassett zum neuen Fed-Vorsitzenden dämpften.
Anlässlich einer Veranstaltung im Weißen Haus lobte Trump die Arbeit von Hassett, ließ jedoch durchblicken, dass er es vorziehen würde, wenn Hassett seine aktuelle Position als Direktor des National Economic Council behalten würde. Diese Äußerung stellte einen Wandel dar; Hassett galt bislang als führender Kandidat für die Nachfolge von Jerome Powell und hatte aggressivere Zinssenkungen gefordert.
Infolge dieser Entwicklungen reagierten die Märkte vorsichtig. Der S&P 500, der Dow Jones Industrial Average und der Nasdaq verzeichneteten kleine Rückgänge, während der Volatilitätsindex VIX anstieg und einen starken wöchentlichen Zuwachs aufwies. Obwohl der Russell 2000 in der vergangenen Woche zulegte, bleibt die allgemeine Stimmung bei risikobehafteten Anlagen fragil.
Die Unsicherheit wirkte sich auch auf den Edelmetallmarkt aus. Der Spotpreis für Gold fiel nach Trumps Äußerungen und wettete sich somit einen Teil seiner früheren Gewinne wieder ab. Silber hingegen erlebte einen stärkeren Rückgang, was die sich ändernden Erwartungen bezüglich der zukünftigen Geldpolitik widerspiegelt.
In den Prognosemärkten auf Kalshi wird Kevin Warsh als führender Bewerber für die Nachfolge von Powell angesehen, der Hassett bei weitem übertrifft. Warsh, ein ehemaliger Fed-Gouverneur, ist ein offener Kritiker der Zentralbank und wird eher als falkenhaft angesehen, wobei er die Kontrolle der Inflation priorisiert, selbst wenn dies höhere Zinssätze mit sich bringt.
Diese Unsicherheit in der Führungsfrage kommt zu einem kritischen Zeitpunkt für die US-Geldpolitik. Obwohl die Arbeitsmarktdaten Anzeichen einer Abkühlung zeigen, bleibt die Inflation über dem Ziel der Fed, was bei den Anlegern Bedenken weckt. Sie fürchten, dass unerwartete restriktive Signale die Volatilität rasant ansteigen lassen könnten.
Wie Bloomberg-Makrostratege Michael Ball warnt, können unerwartete hawkishe Signale von der Fed die Marktzufriedenheit schnell erschüttern und die Volatilität erheblich steigern. Derzeit scheinen die Anleger sich auf eine Phase anhaltender Unsicherheit einzustellen, da Politik, Richtlinien und wirtschaftliche Daten aufeinandertreffen.
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